erstellt:           10. Mai 2001
überarbeitet:  05. Dezember 2005

 

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Canadier und GPS Info - Seite
von Ralf Schönfeld

 

 

 

 

Mit Tracks zur eigenen Basemap -
ein Bericht von Thomas Hasse

 

 

 

 

Allgemeines

 

Mit einer Basemap wird auf GPS-Empfängern eine werksseitig installierte elektronische Landkarte bezeichnet, die nicht verändert werden kann.
Hier sind je nach Ausführung Küstenlinien, Flüsse, Strassen, Städte, Seezeichen etc. gespeichert und dienen der Orientierung.

 

Mit der Tracklog-Funktion, die bei den meisten GPS-Empfängern vorhanden ist, können die Bewegungen des Gerätes, also des Nutzers, aufgezeichnet und angezeigt werden.
Der zurückgelegte Weg wird als Strich bzw. Linie dargestellt, die in Abhängigkeit vom jeweiligen Modell, auch farbig und / oder andere Differenzierungen aufweisen kann.
Diese so genannten „Tracks“ dienen zur Visualisierung des zurückgelegten Weges und können bei Garmin-Empfängern auch zur TracBackâ-Funktion genutzt werden.
Mit TracBackâ navigiert der Empfänger entlang der aufgezeichneten Strecke zu einem vorher festgelegten Startpunkt zurück.
Dies ist der Punkt, an dem die Aufzeichnung (der Tracklog) gestartet wurde.

 

 

 

Track als „Basemap“

 

Kann auf die Tracklog-Funktion verzichtet werden, lässt sich der Tracklog-Speicher dazu nutzen, um eine eigene, ganz individuelle simple Karte im GPS-Gerät darzustellen (z. B. bei Garmin 12-er, II/III/V-er, GPS 60/72/76/96-Reihe).
Verfügt ein Gerät neben dem Speicher für den Active Tracklog auch noch über die Möglichkeit „Saved Tracks“ abzuspeichern (erweiterte Tracklog-Speicherverwaltung), braucht auf die Tracklog-Funktion prinzipiell nicht verzichtet werden (z. B. bei Garmin 12map, III+, GPS 60/72/76-Reihe, .....), wenn gewisse Nachteile/ Einschränkungen in Kauf genommen werden können    dazu aber später.
Die Garmin Basis eTrex-Geräte „gelb“/Camo/Summit sowie Geko 201/301 verfügen zwar ebenfalls über „Saved Tracks“, diese können aber nicht auf der Karten-Seite permanent angezeigt werden.

Die Darstellung so einer individuellen Karte ist unabhängig davon, ob das verwendete Geräte über eine „richtige“ Basemap verfügt oder nicht.

Kann (soll) diese Karte nicht als „Saved Tracks“ abgelegt werden, ist der Verzicht auf die Tracklog-Funktion in der Regel erforderlich, d. h. die Trackaufzeichnung sollte während des Betriebes unterdrückt werden, da sonst im ungünstigsten Fall die laufende Trackaufzeichnung die selbst erstellte Karte überschreiben kann.
Hier sind die „Eigenheiten“ des jeweiligen Empfängers zu berücksichtigen.
In der Bedienungsanleitung finden sich Hinweise, welche Aufzeichnungsarten ausgewählt werden können.

Das beschriebene Verfahren kann prinzipiell bei vielen Garmin-Geräten eingesetzt werden.
Die Aussagen beruhen konkret auf Erfahrungen mit den Garmin 12-ern, eTrex mit „Click-Stick“ (Venture/Legend/Vista) und der GPS 76-Reihe.
Bei den neueren Geräten, die eine erweiterte Track-Log-Speicherverwaltung mit „Saved Tracks“ haben, funktioniert es in der Regel ebenfalls (z. B. Garmin 12map, III+, GPS 60/72/76, …).

Bei diesen stehen dafür grundsätzlich zwei Möglichkeiten zur Auswahl:

 

 

1.) Ablage der „Basemap“ als „Saved Track“

 

Allerdings werden dabei neue Tracksegmente bzw. Firstpoints (wenn ein neuer Trackabschnitt beginnt) ignoriert, und alles als ein zusammenhängender Track dargestellt. Beispielsweise bei der Darstellung eines komplexeren Straßennetzes, das aus mehreren unterbrochenen (neuen) Trackabschnitten zusammengesetzt ist. Das wird chaotisch und unübersichtlich.

Die Ablage als „Saved Track“ eignet sich daher besser für künstliche Tracks, die aus einem durchgehenden Linienzug bestehen (z.B. eine geplante Fahrtroute als „Track“ anstelle als „Route“ vorbereiten/darstellen).

 

2.) Ablage im Active Tracklog Speicher

 

Wenn alle Trackpunkte am Stück ins Gerät übertragen werden sollen, oder die „Basemap“ wie schon erwähnt komplex aus mehreren unterbrochenen Tracksegmenten zusammengesetzt ist, müssen die Trackpunkte in den „Active Tracklog Speicher“ geladen werden.
Im Active Tracklog werden neue/ unterbrochene Tracksegmente (Firstpoints) berücksichtigt.
Dazu muss der Track mit der „eigenen Basemap“ als „ACTIVE LOG“ hochgeladen werden, d. h. im verwendeten GPS-Programm entsprechend so benennen.
Dann aber empfiehlt es sich, wie weiter oben bereits erwähnt, die Tracklog-Aufzeichnung zu deaktivieren, um ein Überschreiben zu verhindern (dies ist allerdings nicht bei allen Geräten möglich).
Grundsätzlich sind natürlich auch hier die Möglichkeiten/ Eigenheiten des verwendeten GPS-Softwareprogrammes zu berücksichtigen.

 

 

 

Beispiel für „Basemap“ aus Tracks:

 

 

 

Die Abbildung zeigt einen Screenshot mit selbst erstellter „Basemap“.

 

 

 

 

 

 

 

Die Abbildung zeigt die mit Tracks und Wegpunkten erstellte Karte am PC.
In dieser Form wird sie auf den GPS-Empfänger geladen.

Zum Vergrößern die Grafik anklicken

 

 

 

 

 

Einsatzmöglichkeiten

 

Mit einer Karte aus Tracks können z. B. Straßen, Wege, Seen, Flüsse, Waldgebiete, Küstenlinien, Inseln etc. dargestellt werden.
Alle Objekte, die aus Linien erzeugt werden, lassen sich wiedergeben.
In Kombination mit gespeicherten Wegpunkten ergibt sich so eine recht brauchbare Landkarte.
Welche Objekte in welcher Genauigkeit auf der Karte dargestellt werden, sollte man sich vorher überlegen.

Versehen mit zusätzlichen Wegpunkten an markanten Stellen kann so auch bei einfachen preiswerten GPS-Empfängern eine praktische Orientierungshilfe geschaffen werden.

Ist man dann unterwegs, kann auf der Map-Seite des Empfängers der eigene Standort erkannt werden und hat weitere Bezugspunkte direkt vor Augen (die erstellten Tracklinien der „Basemap“ und die festgelegten Wegpunkte).
Durch die Zoom-Funktion der Map-Seite lässt sich der Kartenausschnitt des GPS-Empfängers zudem anpassen. Die momentan eigene Position und beispielsweise Abkürzungen oder Tourvarianten können dann sehr schnell erfasst werden.
Je mehr Wegpunkte und Tracklinien vorab definiert wurden, umso schneller erfolgt die Orientierung oder umso einfacher kann auf Touränderungen reagiert werden.

 

 

 

 

Erstellung einer individuellen Basemap

 

Wie kommt man nun zur individuellen „Basemap“ bzw. wie kann ein Track künstlich erzeugt werden?
Hierzu ist nun zunächst eine geeignete Software zur Trackerstellung für den heimischen PC erforderlich.
Mit Hilfe von eingescanntem Kartenmaterial oder digitalen Karten-CDs wird dann mit einfachen Mausclicks am PC die eigene „Basemap“ erstellt und anschließend auf den GPS-Empfänger übertragen, d. h. in den Trackspeicher geladen.
Sehr komfortabel ist dies mit GPS-Programmen wie beispielsweise Fugawi, OziExplorer, Touratech-QV, ..... möglich, aber auch mit GARTrip, GPS TrackMaker etc.
Näheres zu geeigneten Programmen im Teil 3 von GPS Handgeräte in der Praxis“.
Auf die Trackerstellung selbst soll hier jetzt nicht eingegangen werden. Die Vorgehensweise ist in dem Handbuch bzw. der Online-Hilfe des jeweiligen Programms erklärt.

 

 

 

 

Track-Erstellung auf der Top50/200 und AustrianMap

 

Es wird nun die Erstellung einer eigenen „Karte“ auf Basis der TOP50/TOP200 der Landesvermessungsämter in Deutschland beschrieben, da diese bei GPS-Nutzern recht weit verbreitet sind. Mit den Pendants AustrianMap (AMAP) und SwissMap 100 V1/2 (nicht aber Version 3) unserer Nachbarländer Österreich und Schweiz, müssten die nachfolgenden Vorgehensweisen ebenfalls möglich sein.
Eine Menge nützlicher Tipps für Nutzer dieser Produkte hat übrigens Thomas Hasse in seinem kostenlosen „GPS-Handbuch zur Top50“ zusammengefasst (im PDF-Fo
rmat; http://home.wtal.de/noegs/GPS-Handbuch-TOP50.pdf

 

 

a.) In Verbindung mit dem Programm GarFile

 

Wer also über dieses relativ preisgünstige aber recht gute Kartenmaterial auf CD verfügt, kann mit dem kostenlosen Programm „GarFile“ http://www.icsinger.de/kostenls.htm eine eigene Karte aus Tracks erzeugen.

 

1. Schritt: Mit der Grafikfunktion der TOP„xx“-CD werden die linienhaften Elemente nachgezeichnet, die man später auf dem GPS-Gerät sehen möchte, z. B. das Straßen- und Wegenetz.

Bei der Erstellung der Linien sollte man generalisieren, soweit für den jeweiligen Einsatzzweck möglich, da jeder Zwischenpunkt in einer Linie, in einen Track-Punkt umgewandelt wird und so den Tracklog-Speicher des Empfängers füllt.

Hier hilft am Anfang nur ein wenig probieren, um die richtige Darstellung zu erreichen.

Da die auf der TOP„xx“-Karte erstellten Linien nicht nachträglich ergänzt oder einzelne Teile gelöscht werden können, empfiehlt es sich nur kurze Linien-Abschnitte zu bilden. Somit können Fehler bei der Linien-Erstellung ohne großen Aufwand korrigiert werden.

 

2. Schritt: Die auf der TOP„xx“-Karte erstellten Linien als OVL-Datei speichern. Bei Verwendung von GarFile können die OVL im ASCII- oder Binärformat gespeichert werden.

Anmerkung: Voraussetzung bei den meisten anderen Konvertierungsprogrammen ist jedoch üblicherweise ASCII.

3. Schritt: Mit Garfile die Daten („Karte“) auf den GPS-Empfänger hochladen.

 

 

 

b.) Excel-Konvertierungstabellen mit GPS TrackMaker

 

Eine weitere kostenlose Möglichkeit hat Ronny Martin mit seinen Konvertierungstabellen auf Basis Microsofts Excel in Verbindung mit dem Freeware-Programm GPS TrackMaker geschaffen
Näheres hierzu unter „Datentransfer zwischen GPS TrackMaker und Top50.

 

 

 


c.) Mit Fugawi oder TTQV (Touratech-QV)

Sehr komfortabel lassen sich Tracks mit den Programmen TTQV und Fugawi erstellen und verwalten, da diese die topographischen Karten Top50/200, AMAP sowie SwissMap25/50/100 direkt lesen können (Fugawi jedoch nicht SwissMap100 V1/V2; Version 3 jedoch ja).

Diese Programme unterstützen verschiedene Geräte-Hersteller (Garmin, Magellan, …).

 

 

 

 

Weitergehende Infos/ „Das GPS-Handbuch“

 

Umfangreichere und detailliertere Informationen zum Thema „Tracks als Orientierungshilfe“, allgemein zur Touren-Planung, sowie weiteren Themenblöcken bezüglich Navigation und Orientierung mit GPS stellt das „GPS-Handbuch“ in dessen  Band 1 bereit, das in gedruckter Form als 475-seitiges Taschenbuch im praktischen Format 12,3 x 19 cm zur Verfügung steht.

 

 

 

© Verfasser:

Thomas Hasse
Die FAQ zur NG maus.technik.gps online
http://noegs.de.tf
http://home.wtal.de/noegs/mtg-faq.htm
unter Mitwirkung von Ralf Schönfeld


Mai 2001

 

 

 

 

Copyright beim Verfasser:                                 Zurück zum Seitenanfang                                  Zurück zur GPS Info-Seite
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