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erstellt: November 1999
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Rückblick
auf:
„Tagestouren
bei Kehl bzw. Straßbourg im Nov. '99”
(20. - 21.11.99)
Herrlichstes Winterwetter erwartete uns an diesem Samstag morgen im Rheintal:
Stahlblauer Himmel und trockene Kälte um den Gefrierpunkt.
Und die Landschaft war mit einem zarten Guß lockeren Neuschnees überzogen –
einfach toll.
Rasch war Gepäck und Boote umgeladen, Autos umgestellt und schon ging‘s ab
zur Einsatzstelle.
Grandios die Ruhe die sich über den malerisch daliegenden kahlen Auwäldern
ausbreitete. Ruhig glitten die vier 2-er Canadier mit Lothar, Dieter, Georg,
Ottmar, Bärbel, Claudia, Ralf und den 3 Kidi‘s Kathrin, Stefanie und Simon
sowie das eine Solo-Boot mit Michael an Bord durch diese Idylle, nur
argwöhnisch beobachtet von ungewöhnlich vielen Schwänen mit ihrem nun fast
schon erwachsenen Nachwuchs.
Das Sauwetter der letzten Tage und Wochen bescherte uns einen guten
Wasserstand.
Glasklar plätscherte das Wasser dahin und so manche dicke fette Forelle
kreuzte ganz schön unvorsichtig und leichtsinnig unseren Weg.
Zahlreiche um- und überfahrbare Baumhindernisse gestalteten die Fahrt
durch den Badischen Dschungel immer wieder aufs Neue interessant und
abwechslungsreich. Aber leider blieben uns auch dieses Jahr die mehr oder
eher weniger graziös-grazilen Anblicke beim Überklettern von diversen
Hindernissen verwehrt – kein Baumriese wollte sich uns in den Weg
stellen.
Inzwischen schon traditionell zu nennen die Mittagsrast an der lauschig
gelegenen kleinen Holzhütte mitten im Busch.
Schon kurze Zeit später köchelte verlockend duftender Glühwein auf dem
Holzöfelchen Made by Georg und vorweihnachtlicher Lebkuchen machte die Runde.
Leckereien eben, die der großzügige Scout der Tour selbstlos aus seinem
Gepäck hervorzauberte, um die Paddelkameraden gnädig und milde zu stimmen.
Völlig unpassend, greußlich und eklig dagegen der Kuchen den Georg uns
auftischte (Georg hat mir extra aufgetragen nicht immer so schwärmerisch von Hertas
wohlschmeckendem leckeren Rotweinkuchen zu berichten).
Gut gestärkt konnte dann die restliche Etappe des Tages in Angriff
genommen werden.
Das Nachtlager wurde sehr zum Erstaunen, um nicht gar zu sagen Entsetzen,
des sehr freundlichen Platzwartes auf einem nahegelegenen Campingplatz
aufgeschlagen – wie, um diese Zeit zelten, ist denn das
nicht zu kalt ?.
Jedenfalls wurden wir so bemitleidet, daß der Übernachtungsobulus zu unseren
Gunsten recht großzügig berechnet wurde.
Im letzten Tageslicht entstand mitten zwischen den vielen vielen abgestellten
Wohnwägen rasch ein richtiges kleines Indianerdörfchen –
immerhin drei der bereits allseits bekannten „Spezial-Tipi-Kothen“ aus
Schweden zierten den Platz.
Und das Tipi von Michael feierte gewissermaßen zum erstenmal Richtfest.
Im mollig warmen GOC-Tipi fanden sich dann alle zur gemütlichen Runde ein
und Claudia braute für die zahlreich vorhandenen hungrigen Mäuler aus
allerlei Dosen und Tütchen Chili-con-Carne zusammen.
Kathrin, Stefanie und Simon setzten allerdings lieber auf bewährtes und
verschlangen gierig Mutterns Spaghetti mit Tomatenpampe.
Mit Glühwein und allerlei leckeren Naschereien klang der Tag aus.
Der Campingwart hatte schon recht
– kalt war’s eigentlich schon.
Am nächsten Morgen war das Thermometer auf –7°C abgesackt, die Scheiben
ringsum dick befroren und die Landschaft mit einer glitzernden
Rauhreifschicht überzogen, aber mit unserer bewährten Ausrüstung überhaupt
kein Problem.
Das Wetter zeigte sich wieder von der schönsten Seite.
Nach ausgiebigem, kräftigem Frühstück
– Georg und Ralf
verschnabulierten die schmackhaften Reste des Chili-con-Carne, die Anderen
hielten sich konventionell mehr an Marmelade- und Wurstbrote - und Abbau der
Wigwam Zeltstadt wurde im nahegelegenen Frankreich die Ill nördlich
Straßbourg unter die Paddel genommen.
Idyllisch und verträumt auch dieser Flußlauf, gesäumt von vereinzelten
malerischen Dörfchen. Die kahlen Baumwipfel waren unter dem Würgegriff
unzähliger Misteln teilweise kaum mehr zu sehen.
Immer stärker und unbarmherziger wurde allerdings ein eisiger und kalter Wind
der uns entgegenblies.
Unangenehm vor allem auf dem landschaftlich weniger reizvollen schnurgeraden
Stück vor der Einmündung in den Rhein.
Und als wir dann den Rhein überquerten und flußabwärts folgten wehte die
Briese so steif, daß wir, obwohl ja stromab, uns Zentimeter für Zentimeter
mühsam voranschuften mußten.
Michael in seinem Test-Solo-Boot hatte da ganz schlechte Karten und wurde von
Georg und Dieter kurzerhand unter die Fittiche genommen.
Ganz angenehm dagegen dann die letzten Kilometer in dem Seitenarm zur
Aussatzstelle mit ungewohntem Schub von hinten – wenngleich auch die
unterstützende Windkraft in der geschützten Bucht deutlich schwächer ausfiel
als erhofft.
Während dem Zurückholen der Fahrzeuge wurde von dem Rest der Meute auf dem
kleinen einsamen Feldweg unter den ungläubigen Blicken der wenigen
patroullierenden Sonntagsspaziergänger und -fahrer (wir vermuteten
hinterhältige Mistel-Diebe) dem neuen Outdooröfelchen von Dieter bereits
kräftig eingeheizt und als dann alle wieder beisammen waren, wurden die
übriggebliebenen Glühweinvorräte vom Abend gereicht – für die Fahrer gab’s
natürlich nur „wänzige Schlöckchen“.
Ein Hordentopf vollgestopft mit heißen Würstchen (dünne Lange, kurze Dicke,
mitteldicke ¾-Lange) füllte schon bald die hungrigen Paddlermägen und
glücklich und zufrieden über dieses gelungene Wochenende wurden zum Abschluß
auch die allerletzten Köstlichkeiten vernichtet.
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© Ralf Schönfeld
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