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erstellt: November
1993
überarbeitet: Oktober 2004
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Unterkühlung (ein Thema
das alle Paddler angeht)
Wie kommt es
zur Unterkühlung ?
Kaum jemand macht sich Gedanken über das gefährlichste Phänomen, mit dem
der Paddler von der einen auf die andere Sekunde konfrontiert werden
kann -
der Unterkühlung (medizinisch: Hypothermie) -
dem schleichenden Tod.
Was hat es mit diesem lautlosen Killer auf sich ?
Hypothermie ist der allmähliche geistige und physische Kollaps, der die
Unterkühlung der inneren Organe und aller Bestandteile des menschlichen
Körpers begleitet.
Sie wird beim Paddler in den meisten Fällen durch Eintauchen in kaltes Wasser
ausgelöst.
Dies ist besonders gefährlich, da Wasser eine ca. 20-fach höhere
Wärmeleitfähigkeit als Luft besitzt was dazu führt, dass dem Körper sehr
schnell die lebensnotwendige Wärme entzogen wird.
Im ungünstigen Fall wird die Hypothermie nach der Rettung aus dem Wasser noch
durch kalte Luft und Nässe, Wind und Erschöpfung verstärkt (besonders fatal
ist dann die Kombination von Nässe und Wind).
Der Körper verliert dabei schneller Wärme, als er sie zu produzieren vermag.
Und Achtung:
Dies betrifft nicht nur den Paddler im Wildwasser (der ist in der Regel mit
guter Kälteschutzkleidung ausgestattet), sondern damit kann unvermittelt die
Familie im Tourencanadier auf einem scheinbar harmlosen Wanderbach
konfrontiert werden.
Wärmehaushalt
des Körpers
Unser Körper ist auf seinen Wärmehaushalt angewiesen.
Bei sportlichen Übungen produziert er Wärme, wenn man im Sessel herumlümmelt,
bewegt man sich am anderen Ende des Wärmehaushalts.
Man benutzt Kleidung, um zu verhindern, daß Wärme an die Umgebung abgegeben
wird.
Sobald man zu frieren beginnt, kann man Bewegungsübungen machen um wieder wärmer zu werden, oder mehr Kleidung
anziehen, um die vorhandene Wärme zu konservieren/
besser zu isolieren.
Man erkennt, welche Probleme der Paddler hat, denn beide Möglichkeiten stehen
ihm nur sehr beschränkt zur Verfügung, vor allem im Fall einer Kenterung.
Das Wasser, in dem er sein unfreiwilliges Bad nimmt, ist in der Regel sehr
kalt und entzieht dem Körper sehr schnell Wärme.
Schmelzwasser hat im Frühjahr nur wenig über 0° C und auch im Sommer steigt
die Wassertemperatur von Gebirgsflüssen nur wenig über 10 °C.
Eine Unterkühlung tritt aber nicht nur beim Bad in eiskaltem Gebirgswasser
auf und trifft somit vor allem den Wildwasserfahrer, sondern eine
Unterkühlung entwickelt sich in vielen Fällen schon bei einer Lufttemperatur
von +10° C -
eine Temperatur, die von kaum jemand als gefährlich angesehen wird und
auch den Wanderfahrer in akute Lebensgefahr bringen kann.
Wichtigste Vorbeugemaßnahme um einer Unterkühlung entgegenzuwirken ist das
tragen zweckmäßiger Kleidung.
Dies gilt sowohl im Wildwasser als auch beim Wanderpaddeln (Þ
siehe hierzu das Kapitel/ Seite „Kälteschutz“
(Neopren-Anzug, Paddeljacke, Neopren-Schuhe, Helm, Kälteschutz für den
Wanderfahrer usw.)).
Der Grad der Unterkühlung kann dabei grob in 3 Phasen einteilt werden.
Die Grenzen zwischen den einzelnen Stadien sind natürlich fließend. Je
deutlicher die Symptome werden, desto mehr Phantasie muß man bei der
Kameradenhilfe entwickeln.
ACHTUNG : Jeder,
auch der gehfähig Unterkühlte, ist liegend zu transportieren !!!
Durch aktive und passive Bewegung des Unterkühlten kommt es, ebenso wie
beim Versuch ihm von außen Wärme zuzuführen (heißes Bad, Ofen, überheizter
Raum, ...), zum sogenannten "after-drop":
Kaltes Schalenblut (von den Extremitäten) vermischt sich mit dem relativ
warmen Kernblut Þ die Körpertemperatur fällt !!! und führt
in kurzer Zeit zum Tod.
Achtung
: Für alle Kälteschäden (allgemeine
Unterkühlung und örtliche Erfrierungen) gilt:
ACHTUNG: Körperkern
zuerst erwärmen !!!
Hierfür hat sich bei der Bergrettung die „Hibler-Wärmepackung“ am
besten bewährt.
Läßt sich das hierfür erforderliche Material nicht alles besorgen (z.B.
auf langer Kanutour), muß mit den vorhandenen Mitteln so gut es geht
improvisiert werden.
Hibler –
Wärmepackung
Sie ist zur langsamen behelfsmäßigen Selbsterwärmung bei allgemeiner
Unterkühlung und örtlicher Erfrierung dem Verunglückten anzulegen.
Die Vorgehensweise bezieht sich zwar prinzipiell auf den Einsatz bei der
Bergrettung und muß bei einer Paddeltour natürlich von Fall zu Fall
abgewandelt werden bzw. ist Improvisationstalent gefordert.
Anmerkung:
Wesentlich umfangreichere und
detailliertere Informationen zur Problematik der Unterkühlung und den
Möglichkeiten bei der Kameradenrettung stellt das „Canadier
Handbuch“ bereit, das in
gedruckter Form als 410-seitiges Taschenbuch im praktischen Format 12,3 x 19
cm zur Verfügung steht.
Copyright beim Verfasser: Zurück zum Seitenanfang Zurück zur Canadier und Paddel Info-Seite
© Ralf Schönfeld
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