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erstellt: Mai
1995
überarbeitet: Oktober 2004
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Tipps und
Hinweise
Fangschlaufen an Bug und Heck
Fangschlaufen vorn/ hinten gehören zur unbedingt notwendigen Ausrüstung
eines Bootes.
Sie sollten so groß sein, dass man nach einer Kenterung als Schwimmer bequem mit
der Hand hineingreifen kann und falls sich das gekenterte Boot unvermittelt
drehen sollte, darf die Hand nicht eingequetscht werden.
Sie müssen aus hochfestem Material gefertigt sein und sollten zudem einen
großen Querschnitt von mindestens 7 mm, besser jedoch 9-10 mm haben.
Sie sind auch nützlich um das Boot beim Dachtransport zu den Stoßstangen /
Abschleppösen abzuspannen.
An Tragegriffen, dem Oberdeck des Bootes o. ä. dürfen die Fangschlaufen
jedoch nicht befestigt werden (in der Regel unzureichende Festigkeit
dieser Bauteile; siehe auch nächster Punkt).
Kurze Bootsleine
An Bug u. Heck sollte jeweils eine kurze Bootsleine angebracht werden, die
an den Fangschlaufen befestigt wird; nicht jedoch am Oberdeck oder
Tragegriffen, da diese Teile in der Regel nicht für so eine hohe
Beanspruchung geeignet sind (ich find’s einfach
praktisch an Bug und Heck eine zu haben).
Länge: ca. 4 – 5 m (max. Bootslänge), ca. 7-9 mm, mögl.
Schwimmleine.
Sie sind nützlich um das Boot beim Einbooten festzuhalten, zum Vertäuen,
Treideln oder um das Boot nach einer Kenterung an Land zu ziehen.
Im Boot sollten auf keinen Fall längere offene/ lose Leinen verwenden werden !!!
Die Gefahr sich bei einer Kenterung mit den Beinen darin zu verwickeln ist
einfach zu groß – Lebensgefahr !
Wenn eine längere Leine benötigt wird (z.B. beim Treideln oder zum
Festmachen) einen Wurfsack verwenden.
Im Wildwasser ist der Wurfsack ein wichtiges und universell einsetzbares
Rettungsgerät.
Wurfsack
Der Wurfsack in Verbindung mit einem Karabiner ist das wichtigste und universellste Rettungsgerät/ Hilfsmittel eines Paddlers.
Im Bereich Wildwasser ist er absolut obligatorisch, sollte aber zur
Grundausstattung eines jeden Bootes gehören, auch wenn man im Wandercanadier nur mal kurz auf sonntäglicher Kaffeefahrt
ist.
Ausführliche Beschreibung und Handhabung siehe gesondertes Kapitel/ Seite „Der Wurfsack“.
Gepäck
Gepäck immer in wasserdichten Wickelsäcken oder Kunststoff-Tonnen verstauen,
und alles im Boot gegen Verlust bei einer eventuellen Kenterung fest
verzurren. Ist es fest verzurrt, dient es bei einer eventuellen Kenterung als
Auftriebskörper.
Das Mindeste was jedoch gemacht werden muß ist es,
jedes Gepäckstück am Boot festzubinden.
Gepäckplane
Das sorgfältige, feste Verzurren des Gepäcks ist ganz schön lästig und
mühsam, vor allem wenn viele Umtragestellen die
Tour unterbrechen.
Das gleiche gilt für das feste Einbinden von großvolumigen Auftriebskörpern
(Luftsäcken), wenn der Wandercanadier für
Wildwassereinsatz vorbereitet wird (siehe Punkt „Auftriebskörper“ weiter
oben).
Um mit einem Schlag das ganze Gepäck oder den Auftriebskörper fest im Boot zu
verzurren, hat sich bei uns eine Plane, die über den ganzen „Frachtraum“ des Canadiers zwischen den beiden Sitze reicht, gut bewährt.
Eine Plane aus robustem Baumwollgewebe o.ä. ist in
gewissen Abständen mit aufgenähten Gurten versehen, die über die ganze Plane
reichen.
Letztendlich wird das Gepäck also nicht durch den Stoff, sondern durch die
durchgehend aufgenähten Gurte gehalten.
Die Enden der Gurte werden am Boot an Krampen umgelenkt und dann mit
Schnallen verschlossen (die sind an der Plane fest vernäht).
Die Krampen wiederum sind fest am Süllrand verschraubt oder vernietet.
Vorher ist also einiges an Bastelarbeit erforderlich, später aber das Gepäck um so schneller und sicherer verstaut. Zudem ist Gepäck
oder Auftriebskörper (!!) durch die Plane geschützt.
Allerdings könnte es großen Ärger mit der häuslichen Regierung geben, wenn
Ihr die Nähmaschine Eurer Paddelpartnerin dazu mißbraucht,
Gurtbänder auf den steifen Stoff zu nähen.
Ihr könnt Euch aber auch an Georg Tel. 07150/ 32387 wenden, ob er es für Euch
macht. Das Boot muß aber während der Winterszeit
für die Anpassungsarbeiten einige Zeit zu Ihm (Raum Stuttgart/ Ludwigsburg).
Er kann es dann auch mit Kniegurte ausstatten (siehe Punkt weiter unten
„Kniepolster, Kniegurte“).
Knien /
Beinfreiheit / Kniepolster/ Kniegurte
Die kniende Haltung im Canadier bietet folgende
Vorteile:
Schwerpunkt tiefer (!!!), größere Paddelreichweite (d.h. man kann sich weiter
aus dem Boot lehnen), engerer Bootskontakt/ direktere Bootsführung und
besserer Halt durch solide 3-Punktauflage
- Gesäß ist am Sitz abgestützt
und die beiden Knie sind im Boot verspreizt.
Im Sitzen wird man nie einen effektiven und sauberen Paddelstil entwickeln
und einen Canadier in allen Lagen sicher
beherrschen können.
Siehe hierzu das Kapitel/ Seite „Paddeltechnik“
Aber Achtung:
Darauf achten, daß Ihr unter dem Sitz genügend
Platz für Eure Füße habt; legt ggf. Eure Sitze höher (je nach Sitzausführung/
Befestigung mehr oder weniger leicht umsetzbar -
Bastelarbeit).
Ein problemloses und schnelles Aussteigen muß
gewährleistet sein bzw. bei einer Kenterung muß man
problemlos „rausflutschen“ können bzw. aus dem Boot fallen –
sonst akute Lebensgefahr !!!
Für ein bequemeres Knien im Boot und damit man nicht ständig Kontakt zum
feuchten Boots-Boden hat, sind Kniepolster
empfehlenswert.
Eine zwar preisgünstige Variante sind die in Bau- und Heimwerkermärkten
erhältlichen Kniepolster für Fließenlegerarbeiten,
durch ihre runde Form bieten sie aber relativ schlechten Halt.
Einen sehr guten Halt im Boot und wirklich bequemes Knien vermitteln
spezielle Kniepolster, die manchmal in Paddelläden angeboten werden.
Ihre Unterseite ist ganz flach und wabenförmig strukturiert. Nachteil ist, daß sie mit der Zeit Wasser aufnehmen und schwerer werden
(trocknet aber wieder) und sind natürlich auch
teuerer.
Stößt man in Regionen bewegteren Wassers/
Wildwasser vor, sind Kniegurte für
einen guten Bootskontakt bei stärkerer Strömung sehr hilfreich.
Die Befestigungspunkte kann man meist an der Sitzverschraubung befestigen,
die Umlenkung am Bootsboden muß jedoch eingeklebt
werden (Ankerplatte mit D-Ring). Dies ist bei Royalex Booten völlig
unproblematisch.
Wenn Ihr selbst keine Möglichkeit habt solche entsprechenden Gurte zu basteln
oder in Euerem Paddelladen fündig werdet, könnt Ihr Euch auch an Georg Tel.
07150/ 32387 wenden (ebenso für die erwähnten speziellen Kniepolster).
Kenterung –
typische Ursache
Hände weg vom Süllrand !!!
Kommt eine etwas schwierigere, anspruchsvollere Passage in Sicht (Stromschnelle),
sich nicht vor lauter Angst und Ehrfurcht am Süllrand festhalten (auch wenn
einem der Instinkt das rät), sondern die Hände gehören immer ans Paddel und
das Paddel ins Wasser. Auch wenn der angewandte Paddelschlag dann nicht
unbedingt der richtige sein sollte.
Hält man sich dagegen am Süllrand fest, ist eine Kenterung fast unvermeidlich
und nur riesiges Glück, wenn es nicht passiert (man zieht sich das Boot quasi
wie eine Bettdecke über den Kopf).
Nur zum Einsteigen mit Hilfe der Paddelbrücke sollte man sich am Süllrand
festklammern.
Siehe hierzu das Kapitel/ Seite „Das Stechpaddel“.
Verhalten bei Kenterung
Bei einer Kenterung nicht Boot und Paddel einfach davon schwimmen lassen,
sondern beides fest im Griff behalten
– seit denn es droht eine
besondere Gefahr (Wasserfall o.ä.).
Dieses Verhalten wird man in der Regel als Anfänger nicht an den Tag legen
und muß trainiert werden.
Deshalb sich nach dem ersten Schock der Kenterung sofort nach Boot und Paddel
umschauen und danach greifen. Selbst in schwerem Wildwasser ist alles noch in
Griffweite.
Boot immer voraus schwimmen lassen und sich an der hinteren Fangschlaufe
festhalten (in Fließrichtung des Gewässers gesehen).
Droht ein Aufprall auf Felsblöcke oder Steine wirkt das Boot als Prellbock
Wegen Verletzungs- und Einklemmgefahr nie vorne am Boot festhalten.
Näheres hierzu siehe die Kapitel/ Seiten „Schwimmen im Wildwasser“ und
„Der
Wurfsack“.
Auf keinen Fall das Paddel über eine Schnur mit dem Körper oder dem Boot
verbinden/ sichern.
Beim Kajakfahren auf Küstengewässern ist dies
übliche Praxis und dort ja auch o.k., aber nicht
beim Canadierfahren auf Bächen/ Flüssen oder gar im
Wildwasser.
Falls eine Kollision mit einem großen Stein/ Fels nicht mehr zu vermeiden
ist und Ihr quer zur Strömung davor zu liegen kommt, sich nicht stromaufwärts
von dem Hindernis abwenden. Dies wird man wohl instinktiv machen wollen, ist
aber falsch.
Kantet Ihr nämlich das Boot flussaufwärts, flutet die Strömung sofort das
Boot und wickelt es in Bruchteilen von Sekunden durch den ungeheuren
Strömungsdruck um das Hindernis.
Euer schöner Canadier ist hinterher nur noch
Schrott und Ihr werdet u.U. im Boot eingeklemmt und
unter Wasser gezogen.
Das gleiche gilt auch, wenn man quer vor einen im Stromzug liegenden Baum
oder Holzverhau gerät.
Kantet man das Boot flußaufwärts wird es geflutet,
umgerissen und zusammen mit Euch unter den Baum oder Holzverhau gezogen.
Darum in solchen Fällen immer flußabwärts kanten
und das Hindernis quasi „umarmen“. Die Strömung gleitet so links/ rechts am
Rumpf Eures Bootes vorbei und Ihr habt Zeit zu überlegen, wie Ihr Euch aus
der mißlichen Situation befreien könnt oder die
Kameraden zur Hilfe eilen.
Ausleeren Boot
Nach einer Kenterung wird man üblicherweise versuchen, das Boot und die
Besatzung am Ufer wieder startklar zu machen.
Ist das Boot mit Wasser vollgelaufen, nicht
versuchen es zum Ausleeren an Land zu zerren.
Dies ist kaum zu schaffen (ein voller Wandercanadier
wiegt ca. 800 – 1000 kg) und das anschließende Umkippen über den Süllrand zum
Leeren wäre auch für das robusteste Material eine Tortur.
Daher das vollgelaufene Boot ggf. im Wasser drehen,
so daß es kieloben schwimmt, wie eine Kuchenform nach
oben anheben und möglichst erst oberhalb der Wasserlinie wieder drehen.
Restwasser kann dann ggf. an Land ausgeschüttet werden.
Es gibt auch verschiedene Methoden ein Boot mitten im Wasser auszuleeren und
wieder einzusteigen (z.B. auf Seen).
Dies zu beschreiben würde aber hier den Rahmen sprengen.
Namen und
Adresse
Namen, Adresse und Telefonnummer ins Boot, aufs Paddel und den Wurfsack
schreiben (z.B. mit wasserfestem Edding Filzschreiber).
Dies hilft bei Verlust am Bach und erschwert den Diebstahl.
Reservepaddel
Bei größeren Unternehmungen auf jeden Fall immer ein Reservepaddel mitführen (besonders
auf großen Gewässern/ Seen) und im Boot gegen Verlust sichern.
Schwamm / Schöpfkelle
Ein Schwamm leistet zum Sauber- und Trockenhalten des Bootes gute Dienste.
Diesen ggf. an einer dünnen Schnur befestigen. Die Schnur sollte aber
wirklich dünn sein und wegen der Gefahr des Hängenbleibens
bei einer Kenterung notfalls reißen können.
Im Wildwasser wird auch eine Schöpfkelle zum Entleeren überflüssigen Wassers
während der Fahrt nützlich sein.
Brillenband
Brillenträgern wird dringend ein Brillenband gegen den Verlust des
Nasenfahrrades empfohlen.
Sonnenschutz
Zur Vermeidung von Sonnenstich und Sonnenbrand auf dem Wasser durch die
besonders intensive Sonneneinwirkung und UV-Bestrahlung (Reflexion durch das
Wassers), ist ein Hut/ Mütze und eine Sonnenbrille kein Luxus –
und zum Schutz vor Zecken.
Siehe hierzu auch das Kapitel/ Seite „Kopfschutz“.
Begegnung mit Anglern
Wir Paddler sind bei vielen Anglern nicht so besonders gut angesehen.
Deshalb jede unnötige Provokation vermeiden und höflich miteinander umgehen.
Wenn erkennbar ein Angler am Ufer steht, auf die andere Uferseite wechseln und
leise und ohne unnötige Paddelplanscherei passieren.
Ein höflicher Gruß „Petri heil“ wird auch nicht schaden.
Ist der Angler vorher nicht zu sehen gewesen, so gut es geht noch ausweichen
und sich bei ihm entschuldigen. Ihr könnt zwar nichts dafür, nehmt aber die
Luft aus einer möglichen verbalen Auseinandersetzung.
Öffentliche
Wasserstraßen
Auf Öffentlichen Wasserstraßen (z.B. Rhein, Main, Mosel, Neckar, Weser
usw.), also Flüsse auf denen Binnenschiffahrt
betrieben wird, ist die Kennzeichnung von Kleinfahrzeugen vorgeschrieben.
Hierzu die Schiffahrtspolizeiverordnung beachten.
ALLGEMEINE
GEFAHRENHINWEISE !!!
Größte Vorsicht ist geboten an:
Wehranlagen, Solschwellen, Mühlenkanälen,
niederen Brücken, überhängenden oder umgestürzten Bäumen, Unterspülungen, bei
Dunkelheit, bei Hochwasser, auf Seen etc.
Bei Fehleinschätzung können dies tödliche Fallen
sein.
Besonders ansonsten harmlose heimische Wald- und Wiesenbäche sind bei
Hochwasser kein Terrain für Pseudo-Wildwasserfahrten, sondern bergen ganz besonders
viele Gefahren (Stromzug über die gesamte Flussbreite, keine beruhigten
Zonen, unterspülte Bäume und Sträucher, niedrige Stege und Brücken, tödliche Solschwellen und Wehre, ... – gefährlicher als mancher
Wildbach in den Alpen).
Þ Im Zweifelsfalle immer auf eine
Befahrung verzichten !
Þ Grundsätzlich immer eine Schwimmweste tragen !
Gefährliche/
unbekannte Stellen vorher erkunden
Auf Fließgewässern, also auf Flüssen und Bächen mit Strömung, sich alle
gefährlichen und unbekannten Stellen vor der Befahrung genau ansehen
und dann erst fahren.
Dazu rechtzeitig vor der Gefahrenstelle gegen die Strömung am Ufer anlegen,
Boot gut vertäuen und sich die Sache erst mal zu Fuß anschauen, ob eine
gefahrlose Befahrung überhaupt möglich ist und wie -
sich also nicht unschlüssig weitertreiben lassen und am Süllrand
Schutz suchen.
Übrigens grundsätzlich immer gegen die Strömung An- und Ablegen.
Was sind denn jetzt potentielle mögliche Gefahrenstellen ? -
bei Anfängern werden sie häufig gar nicht als solche erkannt. Dies
sind:
·
Generell alle Stellen, bei denen der weitere Flußverlauf nicht mehr einzusehen ist oder der weitere
Verlauf des fließenden Wassers.
·
Passagen mit plötzlich weißem und „hüpfendem“
Wasser.
·
Stellen die man schon von weitem rauschen hört
(ist es eine Stufe ?, Wehr ?, Schwall ?, Wasserfall ?, Solschwelle
?, ... ?).
·
Passagen mit umgestürzten Bäumen (engl. sweeper) oder Holzverhauen (engl. log pile).
·
Wenn allgemein eine freie Durchfahrt nicht gegeben
ist.
Erst anschauen, dann Fahrtaktik überlegen und mit dem Paddelpartner
absprechen
·
Ggf. Schwallstrecken.
·
Im Wildwasserbereich sowieso alle unbekannten
Stellen vorher erkunden.
·
Generell alle Wehranlagen/ Staustufen/
Sohlschwellen etc.
Und immer bedenken, daß wir in einem 5 m langen,
satt beladenen Boot zu zweit unterwegs sind
- nicht solo in einem kleinen
wendigen Kajak.
Zweifelsfälle immer umtragen.
Seen/
Windempfindlichkeit
Ein Canadier ist leider
grundsätzlich ein sehr windempfindliches Gefährt.
Schon relativ geringer Wind von vorne oder der Seite ist auf Bächen/ Flüssen
bereits überaus unangenehm, auf Seen kann dies jedoch sehr gefährlich werden.
Unterschätzt nicht die Gefahr schlagartig auftretender hoher Wellen auf Seen
oder starker Dünung in Ufernähe.
Still daliegende Seen können von einer Minute auf die andere zum tosenden
Meer werden und ein Canadier wird dann zum
Spielball des Windes.
Mit der Größe des Sees nimmt auch diese Gefahr immer mehr zu. Deshalb auf
Seen immer in Ufernähe bleiben, auch wenn dies mit einem erheblichen Umweg
verbunden sein sollte und bei der Tourenplanung möglichst große offene
Seenflächen meiden.
Bei Wind auf Seen Schwerpunkt des Gewichtes (Gepäck/ Personen) nach vorne
verlagern (Wetterfahneneffekt ausnutzen) und wie ein Segelschiff gegen den
Wind und die Wellen kreuzen (quasi das Prinzip der Seilfähre nutzen).
Stehen überwiegend Touren über große Seen oder gar im Küstenbereich
(Salzwasser-Paddeln) auf Eurem Programm, würde ich persönlich mich eher mit
der Materie Seekajak oder Faltboot auseinandersetzen als mit dem Canadier - dafür ist er doch nur sehr bedingt
geeignet.
Als Laie in‘s Wildwasser ?
Beginnt Eure Paddelkarriere mit einfach und problemlos zu befahrenden
Bächen und steigert den Schwierigkeitsgrad erst langsam mit zunehmender
Paddelkunst.
So mancher Paddler oder Paddlerin die unvorbereitet und nicht korrekt
ausgerüstet im Wildwasser ihr Glück versucht haben, haben durch das negative
Erleben von Kälte und Wasserwucht einen Schock fürs Leben bekommen und rühren
kein Paddel mehr an oder ist zumindest das Thema WW tabu.
Dies sollte man auch im Hinterkopf behalten, wenn man im 2-er Canadier mit mangelnden Paddelkenntnissen den
Paddelpartner- oder Partnerin ins WW
überredet, obwohl diese von bewegterem Wasser gar
nicht so angetan sind.
In diesem Zusammenhang für mich unverständlich, wie man absolute Laien mit
miserablem Bootsmaterial tagtäglich auf der Ardeche
auf die Reise schickt - würde ich niemandem empfehlen.
Rettungsdecke
Im Wildwasser trägt man üblicherweise immer einen Helm.
Wenn man eine, in Folie wasserdicht eingeschweißte Rettungsdecke in den
Helm zwischen den abfedernden Gurten und der Außenschale klemmt, hat man im
Notfall immer sofort eine Rettungsdecke zur Hand.
Seile/
Reepschnüre/ Karabiner
Seile, Reepschnüre und Karabiner sollten aus Gründen der Sicherheit nicht
irgendwo gekauft werden (Baumarkt, Campinghandel), sondern nur in den
Bergsportabteilungen der Sportgeschäfte oder Spezialgeschäften für Skipper
und Boote (z.B. für Schwimmleinen).
Wurfsäcke gibt’s natürlich nur in Kanufachgeschäften/ Paddelläden. Jeder
Wurfsack sollte mindestens mit einem Karabiner bestückt sein.
Die Karabiner für den Bergsport sind aus hochfestem Aluminium (günstiges
Gewicht) und sollten ein Prüfzeichen aufweisen (UIAA oder CE).
Auch die Karabiner die in den Paddelläden angeboten werden, entsprechen den
Karabinern aus der Bergsteigerei.
Von Karabinern aus dem Baumarkt sollte man die Finger lassen.
Beim Zuschneiden von Seilen/ Reepschnüren etc. empfiehlt es sich, die Enden
über einer offenen Flamme (Kerze, Feuerzeug o.ä.)
zu verschmelzen, um ein Ausfransen zu verhindern.
Literatur
Eine empfehlenswerte Bettlektüre ist das Buch „Die Kunst des Kanufahrens – Der Canadier“ von Bill Mason
(bzw Arno Gatz und Elmar
Engel (deutsche Bearbeitung)).
Es ist schlechthin „ die Bibel“ eines jeden Canadierfahrers
vom „Stechpaddelpapst“ Bill Mason, ein „Klassiker“.
Gatz Verlag; ISBN: 3-9803812-0-X; ca. 22,50 Euro.
Modernere und teilweise aktuellere Stechpaddeltechnik
vermittelt jedoch inzwischen das Buch „Faszination Kanusport“ von Garry &
Joane McGuffin aus dem HEEL-Verlag (Text etc. in deutsch).
ISBN 3-89365-849-1 ; ca. 35 Euro.
Kurse
Unerfahrenen Paddlern und Neueinsteigern sei dringend ein entsprechender
Kurs bei einer dafür geeigneten Organisation empfohlen
(siehe dazu noch mal die Definition von Kanu und Canadier
auf der Seite/ Kapitel „Der Canadier“).
Es ist wahrlich am falschen Platz gespart 3500 DM für ein neues Boot ausgeben
und dann wegen ein paar hundert Mark Kurskosten zu knausern.
Aber wie gesagt, nur bei einer dafür spezialisierten Institution –
ein Canadier erfordert eine gänzlich andere
Paddeltechnik als ein Kajak (von der erforderlichen Harmonie im 2-er Canadier ganz zu schweigen).
Siehe hierzu auch das Kapitel/ Seite „Paddeltechnik“.

In diesem Zusammenhang ist das Kursprogramm für 2-er Canadier
beim German
Open Canoe e.V. ( http://www.g-o-c.de/ ), die unter dem Motto „Paddeln
lernen von Grund auf – mit wenigen aber effektiven Schlägen“
angeboten werden, empfehlenswert.
Dort kann man auch erlernen, wie man im großen Wandercanadier
solo zurechtkommt.
Ebenso kann Euch der dortige Kursleiter mit Rat und Tat beim Outfitten Eures Bootes (z.B. Kniegurte etc.)
unterstützen.
Anmerkung:
Noch wesentlich mehr Tipps und Hinweise, sowie detailliertere Informationen zu den einzelnen Themen
stellt das „Canadier Handbuch“ bereit, das in gedruckter Form als 410-seitiges
Taschenbuch im praktischen Format 12,3 x 19 cm zur Verfügung steht.
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Paddel Info-Seite
© Ralf Schönfeld
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